Gemeinwohlorganisationen haben großen Einfluss auf das Engagement der Menschen in Deutschland

dasHausrichtenImmer wieder ist vonseiten gemeinnütziger bzw. Gemeinwohlorganisationen zu hören, dass sie nicht mehr genügend Ehrenamtliche oder Freiwillige für ihre Arbeit bis hinauf zu den Vorstandspositionen gewinnen können. Nicht selten heißt es dann, dass es an der mangelnden Engagementbereitschaft „der Jugend“ usw. liege. Schaut man dann genauer hin, zeigt sich meist, dass wesentliche Probleme bei der Gewinnung und Bindung engagierter Menschen hausgemacht sind.

Ende 2014 / Anfang 2015 haben wir – VIS a VIS und unser Kooperationspartner FOGS GmbH – im Auftrag der Stadt Wolfsburg eine Organisationsbefragung durchgeführt, um den dort beklagten Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Engagementnachwuchs auf die Spur zu kommen. Herausgekommen ist dabei u.a. eine Bestätigung obiger Beobachtung: Wesentliche Ursachen für die Probleme bei der Gewinnung, Bindung und Weiterentwicklung (bis hin zum Vorstand) von Engagierten scheinen in den Organisationen selbst zu liegen. So gaben rund zwei Drittel der befragten Gemeinwohlorganisationen an, dass es bei ihnen keine für das Freiwilligenmanagement zuständige Person gebe und auch keine Überlegungen zur gezielten Unterstützung des Bürgerengagements. (Erhebungsergebnisse und mehr im Internet …)

Auch die Studie „Engagement in der Freien Wohlfahrtspflege“, die auf einer Befragung aller Mitgliedsorganisationen der Paritätischen Landesverbände Berlin, Thüringen und NRW basiert (siehe Kurzfassung der Ergebnisse als PDF), kommt sinngemäß zu ähnlichen Ergebnissen: Es liegt wesentlich an der Haltung und Kultur der jeweiligen Organisation, inwieweit sie überhaupt mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern arbeitet und wie gut dies und die Nachwuchsgewinnung gelingt.

Dem entsprechend stellte der Landesgeschäftsführer des Paritätischen Landesverbandes NRW kürzlich in einem Vortrag fest: „Vor allem bei kleineren Vereinen trifft es oft zu, sind die Probleme teils hausgemacht – und damit lösbar.“

Es liegt also in erster Linie auch bei den Gemeinwohlorganisationen, ihr „Haus“ so herzurichten, dass es engagementinteressierte Menschen willkommen heißt, diese sich hier wohlfühlen und sich mit ihrem Engagement gut weiter entwickeln können.

Das war schon eine grundlegende Erkenntnis bei der Kampagne „Handeln Ehrensache!“, mit der sich das Diakonische Werk anlässlich des Internationalen Jahres der Freiwilligen 2001 vorrangig an die Mitgliedsorganisationen wandte und nicht an zu gewinnende Engagierte. Eine der von VIS a VIS zu dieser Kampagnen erarbeiteten Fachmedien hieß dann auch folgerichtig „Das Haus richten“ (siehe Bild) und bot praktische Hinweise und Checklisten zur Analyse der Ist-Situation (auch Audit genannt) bis hin zur Entwicklung engagementfreundlicher Strukturen. (Interessierten schicken wir gerne die PDF-Version dieser Fachbroschüre zu. Eine entsprechende formlose E-Mail reicht.)

Für Gemeinwohlorganisationen, denen es auch so geht, dass sie einerseits Probleme mit der Gewinnung und Bindung von Freiwilligen und Ehrenamtlichen bis hin zum Vorstand haben und andererseits keine praktisch taugliche Konzeption und keine kompetente Person hierfür haben, gibt es im kommenden Jahr das Angebot einer umfassenden Qualifizierung, die ich gemeinsam mit Ulla Eberhard, Geschäftsführerin der Kölner Freiwilligen Agentur e.V., durchführen werden: „Erfolgreich mit ehrenamtlich Engagierten und Freiwilligen arbeiten“.

Für wen dies der zweite vor dem ersten Schritt oder die Qualifizierung (zunächst) zu umfangreich ist, kann mich auch gerne zu einer Beratung, einem hausinternen Seminar oder z.B. zu einem Workshop zur Situationsanalyse der Engagementkultur im Haus einladen.

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